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Pressemitteilung 28 November 2025

Premiere in Berlin: 18 Erzählungen von Mir Dschälal erstmals auf Deutsch

Auf Initiative und mit Unterstützung der Botschaft Aserbaidschans in Deutschland ist im Verlag H.J. Maurer der Sammelband „Der hohe Wert der Menschlichkeit“ mit 20 Erzählungen des renommierten aserbaidschanischen Schriftstellers Mir Dschälal Paschajew erschienen – 18 davon erstmals in deutscher Übersetzung. Die Auswahl vereint zentrale Themen seines Werkes: Humanismus, gesellschaftliche Verantwortung und die moralischen Herausforderungen des Alltags.

 

Am 27. November 2025 wurde das Buch im Aserbaidschanischen Kulturzentrum Berlin feierlich präsentiert. Unter den Gästen befanden sich Mitglieder des Deutschen Bundestages, Diplomaten, Wissenschaftler sowie Vertreter der deutschen Kultur- und Literaturszene. Mit besonderer Freude wurden auch Familienmitglieder des Autors begrüßt, darunter sein Sohn Prof. Hafiz Pashayev, Rektor der ADA-Universität, und seine Tochter Prof. Adiba Pashayeva.

 

Zu Beginn wurde ein filmischer Einblick in Leben und Werk Mir Dschälals gezeigt.

 

Botschafter Aghayev: „Wir feiern heute eine Stimme der moralischen Klarheit und Menschlichkeit“

 

In seiner Rede würdigte Botschafter Nasimi Aghayev den historischen Moment, die Werke Mir Dschälals erstmals in deutscher Sprache vorzustellen.

 

Er betonte: „Wir feiern heute nicht nur ein Buch – wir feiern eine Stimme, die mit Humor, Ironie und moralischem Mut sprach. Menschlichkeit ist kein Ideal, sondern eine tägliche Haltung, die wir einander schulden.“

 

Prof. Hafiz Pashayev: „Kultur verbindet Menschen – über Sprachen und Grenzen hinaus“

 

In seiner Ansprache hob Prof. Hafiz Pashayev, Sohn des Autors und Rektor der ADA-Universität, die Bedeutung der deutschen Ausgabe hervor.

 

Er unterstrich, dass die Übersetzung ein bedeutender Beitrag zum kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Aserbaidschan sei:

 

„Heute erleben wir, wie Kultur Brücken baut – durch Literatur, Musik und die gemeinsame Sprache der Menschlichkeit.“

 

Wissenschaftliche Einordnung

 

Prof. Eva-Maria Auch (ehemalige Leiterin des Aserbaidschan-Lehrstuhls an der Humboldt-Universität) betonte, dass Mir Dschälal in seinem Werk stets den einzelnen Menschen mit seinem inneren Leben, seiner moralischen Haltung und seinem Verständnis von Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Sie hob hervor, dass er menschliche Motive mit feiner philosophischer Beobachtung untersucht und Werte wie Familie, Gemeinschaft und Erinnerung als grundlegende Säulen der menschlichen Existenz begreift. Zudem betonte sie, dass Mir Dschälal trotz der repressiven Sowjetzeit den Einzelnen als eigenständige, verantwortungsbewusste Persönlichkeit darstellt – ein mutiger Gegenentwurf zum offiziellen Konzept des „kollektiven Menschen“. Seine Werke seien daher bedeutende Quellen zum Verständnis der aserbaidschanischen Geschichte und der Rolle des Humanismus für die nationale Identität.

 

Szenische Lesung und musikalische Interpretation

 

Ein Höhepunkt des Abends war die szenische Präsentation ausgewählter Erzählungen, die von Sarah Maria Sander, Tamer Tahan und Elisabeth Degen meisterhaft vorgetragen wurde.

 

Das Ensemble Anima Shirvani unter Leitung von Tural Ismayilov schuf eine außergewöhnliche musikalische Atmosphäre, indem es europäische Barockinstrumente mit aserbaidschanischen Klangtraditionen verband. Die Aufführung wurde mit langanhaltendem Applaus gewürdigt.

 

Video zur Veranstaltung: https://youtu.be/9iYyfVmZz_I 

 

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