Veranstaltung in Berlin zum „historischen Frieden zwischen Aserbaidschan und Armenien“
In Berlin hat am 27. Januar 2026 an der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft eine hochrangige Veranstaltung zum Thema „Zeitenwende im Südkaukasus: Historischer Frieden zwischen Aserbaidschan und Armenien“ stattgefunden. Organisiert wurde das Forum vom deutschen ICI-Institut in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München.
An der erstmals in diesem Format in Deutschland durchgeführten Veranstaltung nahmen Vertreter der Bundesregierung, Bundestagsabgeordnete, Experten, Journalisten sowie Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft teil. Redebeiträge hielten Bundesaußenminister Johann Wadephul, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages Armin Laschet sowie die Botschafter Aserbaidschans und Armeniens in Deutschland, Nasimi Aghayev und Viktor Yengibaryan.
Außenminister Johann Wadephul erklärte, er sei mit dem früheren Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan seit Langem vertraut. Die im vergangenen Jahr erzielten Fortschritte im Friedensprozess bezeichnete er als bedeutenden Erfolg und als einen Meilenstein in der Geschichte Europas. Jeder erfolgreich befriedete Konflikt stelle angesichts der Vielzahl globaler Krisen einen Gewinn dar. Der Friedensprozess eröffne beiden Staaten zudem die Chance, ein gutes, intaktes und ungetrübtes Verhältnis zu Europa und zur Europäischen Union zu entwickeln.
Armin Laschet betonte, dass eine gemeinsame Veranstaltung mit Beteiligung beider Botschafter in Berlin ein Novum sei. Der Friedensprozess sei nicht nur für die Region, sondern auch für Deutschland von strategischer Bedeutung.
Der aserbaidschanische Botschafter Nasimi Aghayev erklärte, nach dem Krieg von 2020 habe Aserbaidschan unter der visionären Führung von Präsident Ilham Aliyev konkrete Schritte zur Schaffung eines dauerhaften Friedens eingeleitet. Aserbaidschan sei Initiator der Friedensagenda gewesen und habe die grundlegenden Prinzipien sowie den ersten Entwurf eines Friedensvertrages vorgelegt. Deutschland habe insbesondere in der entscheidenden Phase der Verhandlungen eine konstruktive Rolle gespielt. Beim Friedensgipfel im August vergangenen Jahres in Washington sei ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Armenien aufgeschlagen worden.
Aghayev betonte, dass für einen nachhaltigen und rechtlich abgesicherten Frieden eine Anpassung der armenischen Verfassung an die Prinzipien des Friedensabkommens sowie die baldige Beseitigung jeglicher Gebietsansprüche gegen Aserbaidschan notwendig seien.
Der Botschafter hob die konkreten Schritte hervor, die Aserbaidschan in den letzten Monaten zur Stärkung des Friedens unternommen hat, und stellte zudem fest, dass der Dialog zwischen den Parlamenten und den Zivilgesellschaften intensiviert wurde.
Besondere Bedeutung maß der Botschafter der geplanten TRIPP-Route bei, die eine ungehinderte Verbindung zwischen dem Kerngebiet Aserbaidschans und seiner Autonomen Republik Nachtschiwan ermöglichen soll. Diese Verbindung könne zur wirtschaftlichen Stabilisierung der Region beitragen und zugleich Handels- und Lieferketten für Europa und Deutschland stärken.
Im Anschluss an die Reden beantworteten die Botschafter Fragen aus dem Publikum. Die Veranstaltung stieß bei den Teilnehmern auf großes Interesse.